erundich


 

ER und ich

ER schwärmt für zierliche, langhaarige Blondinen.

Doch mit mir hat er eher das Gegenteil bekommen. Er behauptet, es würde ihm jedes Mal einen Schock versetzen, wenn er morgens beim Erwachen den Hinterkopf meines Männerhaarschnitts erblickt.- Er gibt zu, dass er eitel ist; besonders wenn es um seine Haare geht. Er trägt es wie David Copperfield, läßt sein Nackenhaar jedoch noch länger werden, damit seine Locken noch besser zur Geltung kommen, sagt er, und wohl auch aus Protest, weil meine Haare, kaum sind sie einmal um einen Zentimeter gewachsen, sofort auf die praktische Jeden-Tag-Wasch-Länge gestutzt werden.

ER ist immer tiefbraun. Selbst nach dem längsten Winter zeichnen sich die Konturen seiner Badehose noch so gut ab, als ob er gerade frisch aus dem Karibik-Urlaub käme. Ich glaube, er wurde mit diesen Konturen bereits geboren. Ich dagegen brate stundenlang in der Sonne, creme mich ständig ein und erreiche nicht annähernd den Bräunungsgrad, den er erreicht, wenn er einmal eine Stunde lang seinen Körper der Sonne aussetzt, uneingecremt natürlich, denn er benutzt NIE Sonnenmilch, wie er betont, bekommt natürlich auch NIE Sonnenbrand, im Gegensatz zu mir.

 

ER behauptet, ich wäre undiszipiniert, weil ich beim Einkauf immer sofort etwas Süßes essen muß, und überhaupt.....sei ich während des Einkaufs ein ganz schöner "Hans-guck-in-die-Luft". Dabei staune ich nur über all die schönen Dinge, die dort im Supermarkt angeboten werden.

ER meint, ich wäre VIEL zu freundlich zu allen Leuten und fragt mich, wen ich denn da schon wieder gegrüßt habe.

Einmal, das liegt schon einige Jahre zurück, habe ich ihn überredet mit mir einen Barbara-Streisand-Film im Kino anzuschauen. Er HASST Barbara Streisand und ihren Gesang noch viel mehr. Zu allem Überfluß hatte der Film auch noch Überlänge. Anfangs flüsterte er nur kopfschüttelnd ab und zu: "Jetzt singt sie auch noch!" Nach zirka einer Stunde versuchte er ständig auf seiner Armbanduhr abzulesen, wie lange er dieses Martyrium noch aushalten müsse. Als er endlich eingeschlafen war, verhinderte nur die Lehne zwischen den Sitzen, dass er mit seinem Kopf auf dem Schoß seiner Nachbarin zur anderen Seite landete; es war wohl eine zierliche, langhaarige Blondine; ich erinnere mich nicht mehr...

Ich singe leidenschaftlich gerne, besonders im Auto. Doch ich habe das Gefühl, dass das meinem Mann nicht besonders gefällt. Jedenfalls ertappte ich ihn schon öfters dabei, dass er, sobald ich den ersten Ton anstimme, das Radio ein- und mich damit abschaltet.

 

  

Glückliche Augen

 

Glückliche Augen.

Die Taschen voller Sternenstaub,

fühl ich mich so jung geliebt.

 

Spür ich hinein ins Gegenüber,

lausch ich der Stimme Kraft,

fühl ich mich so wohl in mir.

 

Was sind schon Jahresringe.

 

 

 

Liebster

 

Liebster, lehn Dich bei mir an.

Das geht schon.

Darfst der kleine Junge sein.

 

Ich halt`  Dich noch ein bißchen,

bis Du schlafen kannst.

 

Morgen bist Du dann wieder großer Ritter,

mein Beschützer.

 

Liebster, morgen bist Du dann wieder

stark genug.

 

Doch heute lehn Dich ruhig bei mir an,

mein Mann.

 

 

 

Das Geschenk

 

Mit den Händen Dein Gesicht be-greifen.

Mit den Augen Deine Haut ertasten.

Mit den Ohren Deinem Flüstern lauschen.

Mit der Nase Deine Gegenwart erschnuppern.

 

Wie lieb ich Dich!


 

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